Von Bücherheldin
22. Dezember

Die Entscheidung

Der riesige Stein schwebt leicht wie eine Feder. Conny Clax flüstert weiterhin den Zauberspruch, dirigiert den Stein zur Seite und lässt ihn dann ganz sachte auf den Boden sinken. Vor den Bücherheldinnen und Bücherhelden liegt jetzt ein finsterer Stollen. Gespannt starren sie in die Dunkelheit. Ein unverkennbarer Duft strömt ihnen entgegen.

„Es riecht nach Vanillekipferl“, sagt Stella Superella.

„Auf sie mit Gebrüll!“ schreit Harald Holzbein, zieht seine zwei Pfefferpistolen und rennt los.

„Recht hat er! Los jetzt!“, ruft Skadi und flitzt los.

Die Bücherheldinnen und Bücherhelden stürmen allesamt mit Gebrüll in die Höhle.

Drinnen in der Höhle sitzen Schmatzkerl und Spuckhoff vor der Spielkonsole. Die beiden Mehlspeisdiebe hören den Lärm im Zugangsstollen.

„He, GRUFTL, was ist denn da los?“, fragt Schmatzkerl.

„Meine Gebieter, ich darf euch mitteilen, dass in dieser Sekunde die unerschrockenen Bücherheldinnen und Bücherhelden den Stollen herabstürmen, um euch gefangen zu nehmen und der Polizei zu übergeben.“

Spuckhoff zieht die Augenbrauen hoch und wirft sich ein Kipferl in den Mund.

„Das ist ja eine nette Überraschung. Mir ist eh schon ein bisschen langweilig geworden. GRUFTL, aktiviere den Schutzschild.“

„Zu Befehl, mein Gebieter.“

Ein durchsichtiger, aber undurchdringlicher Schutzschirm aus elektromagischer Energie legt sich rund um das Wohnzimmer in der Höhle. Schon rennen die Bücherheldinnen und Bücherhelden heran. Mühsam schieben Schmatzkerl und Spuckhoff ihre Spielecouch ein Stück hinüber, um die Bücherheldinnen und Bücherhelden anschauen zu können. Sie setzen sich wieder und knabbern weiterhin Vanillekipferl. Auf der einen Seite des Schutzschirms sind die Bücherheldinnen und Bücherhelden, auf der anderen die Mehlspeisdiebe.

„Schau mal, Schmatzkerl, der alte Knacker hat ein Holzbein.“

„Vielleicht sollte ich mir daraus Zahnstocher machen.“

„Da, die Brillenschlange. Sie glotzt richtig doof.“

„Ich finde diesen Kasperl in seinem Superheldenkostüm affig.“

„Die Bücherhelden sind total hässlich.“

„Und offenbar glauben sie wirklich, dass sie uns irgendetwas anhaben können.“

Stella Superella stemmt die Fäuste in ihre Hüften. „He, ihr zwei Wichtigtuer, wir hören euch“, ruft sie.

Spuckhoff nickt ihr zu. „Genau, ihr hört und seht uns, aber ihr könnt nicht durch unseren Schutzschild. Tja, Pech gehabt, ihr Anfänger.“

„So, genug Faxen gemacht“, brummt Schmatzkerl grimmig. „GRUFTL, jetzt verpasse den Versagern einen tüchtigen elektromagischen Schock, damit sie steif wie Bretter sind.“

„Mein Gebieter, diesen Befehl kann ich nicht ausführen.“

„Und warum nicht?“

„Weil Professor Einsteindl bei meiner Erzeugung als erstes Gesetz festgelegt hat, dass ich Lebewesen niemals Schaden zufügen darf.“

„Aber das ist doch kein Schaden, nur ein bisschen steif machen. Damit sie sich nicht mehr bewegen können. Wir fesseln sie dann und werfen sie in den Kerker. Diesen Spaß wirst du uns doch gönnen, du rostiger Blechtrottel.“

„Mein Gebieter, tatsächlich ist mir ein Kabel durchgerostet, deswegen kann ich den Schutzschild nicht länger aufrecht halten.“

Die beiden Mehlspeisdiebe schrecken hoch.

„Was hast du gesagt? Kein Schutzschild?“

„Meine Gebieter, aus Sicherheitsgründen muss ich jetzt mein Betriebssystem herunterfahren. Ich wünsche einen angenehmen Tag.“

„GRUFTL, du hundsgemeiner Spielverderber, lass uns nicht im Stich!“

Doch da ist GRUFTL schon im Stillstand, weshalb es in der Höhle völlig finster wird. Stella Superella knipst ihre Taschenlampe an. Die Mehlspeisdiebe quietschen in Panik. Die Bücherheldinnen und Bücherhelden fackeln nicht lange.

 

Lies weiter am 23. Dezember!

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